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Zigarettenunternehmen messen den durchschnittlichen Teer- und Nikotingehalt pro Zigarette mit standardisierten Abrauchmessverfahren. In den meisten Ländern sieht die Gesetzgebung vor, dass Unternehmen maschinelle Tests gemäß den Vorschriften der Internationalen Organisation für Normung (ISO) durchführen. Die US-amerikanischen Unternehmen benutzen die Methode, die im Jahre 1967 in Zusammenarbeit mit der Handelskommission (FTC) entwickelt wurde. Eine weitere bekannte Methode für maschinelle Tests wurde von Health Canada entwickelt, der kanadischen Aufsichtsbehörde für Tabakprodukte. Diese Methoden vergleichen die Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerte verschiedener Zigarettenmarken, indem Zigaretten von einer Maschine unter identischen Laborbedingungen abgeraucht werden und zeigen die relativen Unterschiede zwischen den Werten.
Bei den maschinellen Tests werden verschiedene Marken miteinander verglichen, indem sie unter identischen Laborbedingungen von einer Maschine "geraucht" werden. Behördenvertreter haben dies seit der Einführung dieser Verfahren folgendermaßen erklärt: Die Messverfahren zeigen die relativen Unterschiede der Werte zwischen den Marken, wobei unterstellt wird, dass jede Marke auf dieselbe Weise gehalten und geraucht wird, wie dies bei der Maschine geschieht. Z.B. nimmt bei der ISO- und der FTC-Methode die Maschine jede Minute einen Zwei-Sekunden-Zug mit einem bestimmten Volumen (35 Milliliter). Bei der Health Canada-Methode werden die Ventilationsöffnungen im Zigarettenfilter blockiert und die Maschine zieht häufiger an der Zigarette (alle 30 Sekunden 55 Milliliter). Folglich liegen die Teer- und Nikotinwerte derselben Zigarettenmarke bei einer Messung nach der Health Canada-Methode weitaus höher. Häufig wird die Health Canada-Methode auch als "Health Canada-Intensivmethode" bezeichnet.
Im Jahr 1967 stellte die
FTC fest, dass "kein Test präzise die Bedingungen des tatsächlichen menschlichen Rauchverhaltens nachstellen kann. Innerhalb von relativ weiten Grenzen lässt sich sagen, dass keine der jeweiligen Methoden 'richtig' oder 'falsch' ist – der Zweck der Tests besteht nicht darin, die Menge an Teer und Nikotin festzustellen, die ein beliebiger menschlicher Raucher inhaliert, sondern die Menge an Teer und Nikotin festzustellen, die erzeugt wird, wenn eine Zigarette in Übereinstimmung mit der vorgegebenen Methode von einer Maschine geraucht wird."
Viele öffentliche Gesundheitsorganisationen, darunter auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), haben erklärt, dass die ISO- und die FTC-Methode irreführende Informationen über die Teer- und Nikotinmengen liefern, die ein Raucher inhaliert. Ihrer Empfehlung nach sollten die Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerte den Rauchern gar nicht offengelegt werden. Allerdings ist es in vielen Ländern Vorschrift, so auch in den EU-Mitgliedstaaten, dass diese Werte auf die Zigarettenpackungen aufgedruckt werden. In einigen Ländern sind die Werte auch in der Werbung zu veröffentlichen.
Die Tabakarbeitsgruppen der WHO und der Vertragsstaatenkonferenz haben empfohlen, in Tests rund um die Rauchinhaltsstoffe sowohl die ISO-Methode als auch die Health Canada-Methode anzuwenden.
Unser Standpunkt
Keine zwei Raucher rauchen Zigaretten auf exakt dieselbe Weise. Die Teer- und Nikotinwerte, die für Zigarettenmarken angegeben werden, dienen nicht dazu (und waren auch nie dazu bestimmt), die genaue Menge an Teer bzw. Nikotin mitzuteilen, die von einem einzelnen Raucher aus irgendeiner bestimmten Zigarette inhaliert wird. Daher stimmen wir mit den Vertretern des öffentlichen Gesundheitswesens überein, dass die Regierungen die Angabe von Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerten auf den Zigarettenpackungen verbieten sollten. Alternativ und vorzugsweise sollten rechtliche Bestimmungen geschaffen werden, im Rahmen derer Zigarettenproduzenten sowohl die ISO- als auch die Health Canada-Werte auf die Packungen aufdrucken müssen. Damit würde den Konsumenten besser veranschaulicht, wie groß, je nach Art des Inhalierens, die Unterschiede zwischen der jeweils abgegebenen Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerte sein können. Darüber hinaus könnten die einzelnen Produkte, die den Kunden angeboten werden, auf diese Weise besser von einander unterschieden werden. Unserer Meinung nach wäre diese Variante vorzuziehen, anstatt den Konsumenten keinerlei Informationen zur Verfügung zu stellen.
Unabhängig von der angewandten Testmethode sollten Raucher nicht davon ausgehen, dass die Werte, die auf den Packungen oder in der Werbung angegeben werden, präzise die tatsächliche Menge an Teer, Nikotin, Kohlenmonoxid oder sonstiger Inhaltsstoffe widerspiegeln, die sie mit jeder einzelnen Zigarette inhalieren. Außerdem sollten Raucher nicht davon ausgehen, dass Marken mit geringeren Werten ungefährlich, weniger gefährlich oder weniger schädlich sind.