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„Investiert wird dort, wo man planen kann“: Minke Wahl über die EY-Studie zum Wirtschaftsbeitrag von Philip Morris in Europa

Milliarden Euro für die EU-Wirtschaft und deutsche Zulieferer: Eine neue Studie misst den wirtschaftlichen Fußabdruck von Philip Morris International (PMI) in Europa.

Minke Wahl, Vice President External Affairs bei Philip Morris Germany, spricht im Interview über Unternehmen in Deutschland, die kaum jemand mit Philip Morris verbindet, und über die Frage, was Brüssel und Berlin jetzt daraus machen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Studie: „Economic Footprint of Philip Morris International Inc. in the European Union“, erstellt von EY-Parthenon im Auftrag von Philip Morris International (PMI)
  • EU: Fast 343 Milliarden Euro Beitrag zur EU-Wirtschaft (2021–2025), rund 164.000 unterstützte Arbeitsplätze (2025), rund 49.100 Zulieferer
  • Deutschland: 7,4 Milliarden Euro Ausgaben und Investitionen in fünf Jahren, davon 4,8 Milliarden Euro an deutsche Zulieferer (21,6 Prozent der europäischen Lieferkettenausgaben)
  • Steuern: 34,2 Milliarden Euro Steuerbeiträge in Deutschland (2021–2025)

Bei Philip Morris denken die meisten zuerst an einen Tabakkonzern.
An Maschinenbauer, Materialhersteller oder Aromenspezialisten denkt kaum jemand. Genau diese Seite zeigt die Studie „Economic Footprint of Philip Morris International Inc. in the European Union“, die EY-Parthenon im Auftrag von PMI erstellt hat. 

Wir haben mit Minke Wahl darüber gesprochen, was die Zahlen bedeuten und warum sie gerade jetzt auf den Tisch kommen.

Minke, 343 Milliarden Euro. Diese Zahl kann sich niemand vorstellen. Versuchst du es trotzdem?

Ich versuche es kleiner. Hinter der Zahl stehen rund 49.100 Zulieferer in Europa, viele davon kleine und mittlere Betriebe. Hinter der Zahl stehen auch Menschen: 2025 hingen rund 164.000 Arbeitsplätze in der EU an unserer Wertschöpfungskette. Nur knapp 22.500 davon sind direkt bei PMI. Rechnerisch kommen auf jeden Job bei uns also mehr als sechs weitere bei Zulieferern und in anderen Branchen. Die 343 Milliarden sind der Gesamtbeitrag zur EU-Wirtschaft zwischen 2021 und 2025. Die Studie weist außerdem 43,5 Milliarden Euro an Investitionen in europäische Standorte und Zulieferer aus, dazu 39,5 Milliarden Euro an Exporten.

Warum spielt Deutschland in der Studie eine so große Rolle?

Weil Deutschland in unserem europäischen Netzwerk ganz vorne liegt. 21,6 Prozent aller europäischen Lieferkettenausgaben von PMI gehen an deutsche Zulieferer, das sind 4,8 Milliarden Euro in fünf Jahren. Im Schnitt flossen jedes Jahr rund 900 Millionen Euro an mehr als 15.000 Unternehmen hierzulande.

Das sind Maschinenbauer, Materiallieferanten, Produzenten von Nikotinextrakten und Aromen. Oft Mittelständler, die sich auf eine Nische spezialisiert haben. Insgesamt hat PMI in diesen fünf Jahren 7,4 Milliarden Euro in Deutschland ausgegeben und investiert. Außerdem weist die Studie für 2021 bis 2025 Steuerbeiträge von 34,2 Milliarden Euro in Deutschland aus.

Philip Morris will weg von der Zigarette. Was hat das mit diesen Zahlen zu tun?

Sehr viel. In Europa macht PMI heute mehr als die Hälfte des Nettoumsatzes mit rauchfreien Produkten. So ein Umbau passiert nicht im Konferenzraum. Er braucht Fabriken, neue Maschinen, neue Materialien und Forschung.

422 Millionen Euro sind in Europa in Forschung und Entwicklung geflossen, dazu rund 2,2 Milliarden Euro in der Schweiz. Deutschland spielt dabei eine doppelte Rolle: als Teil des Zuliefernetzwerks und als Produktionsstandort für rauchfreie Produkte. Die Studie zeigt also auch, wie viel Industrie an dieser Transformation hängt.

Europa ringt um Wachstum. Was läuft aus deiner Sicht schief?

Wir führen gerade zwei Debatten gleichzeitig. In der einen geht es darum, wie Europa wieder wächst und wo investiert wird. In der anderen suchen Brüssel und Berlin nach neuen Einnahmen und diskutieren über neue Regeln.

Für unsere Branche heißt das konkret: Die EU überarbeitet die Tabakproduktrichtlinie. Sie regelt, wie Tabak- und Nikotinprodukte hergestellt, verpackt und vermarktet werden. Dazu kommt die Tabaksteuerrichtlinie, die den europäischen Rahmen für die Besteuerung setzt. Beides ist legitim. Aber wer eine Fabrik baut oder eine Produktionslinie umstellt, plant in Jahren und nicht in Legislaturperioden. Regeln müssen klar und verlässlich sein. Und sie sollten das Risikoprofil der Produkte berücksichtigen. 

Nehmen wir den Tabakerhitzer. Vieles, was es dafür braucht, gibt es schon heute in Deutschland: Produktion, Maschinen und Zulieferer, die dafür arbeiten. Wenn sich Regulierung und Besteuerung an der Wissenschaft und am Risiko des jeweiligen Produkts orientieren, könnte hier noch mehr investiert werden. Die Bedingung dafür sind klare Regeln, die Planungssicherheit geben und Jugendliche und Verbraucher wirksam schützen.

Ganz ehrlich: Warum sollte die Politik ausgerechnet einem Tabakkonzern zuhören?

Weil hinter uns nicht nur ein Konzern steht. Da stehen mehr als 15.000 Zulieferer allein in Deutschland, die mit uns planen. Ich erwarte nicht, dass jemand unsere Position einfach übernimmt. Ich erwarte, dass wir mit Zahlen statt mit Bauchgefühl diskutieren. Diese Studie liefert die Zahlen. Und dann braucht es Politik und Wirtschaft an einem Tisch und am Ende pragmatische Entscheidungen.

Die vollständigen Ergebnisse der EY-Parthenon-Studie „Economic Footprint of Philip Morris International Inc. in the European Union“ gibt es hier

Hier die Studie downloaden

THE ECONOMIC FOOTPRINT OF PHILIP MORRIS INTERNATIONAL IN THE EUROPEAN UNION