Warum Einweg-Vapes ein Umweltproblem sind
Einweg-E-Zigaretten – sogenannte „Disposables" – sind kleine Elektrogeräte mit fest verbautem Lithium-Ionen-Akku, die nach etwa 500 Zügen nicht nachfüll‑ oder aufladbar sind und daher entsorgt werden. Das Bundesumweltministerium spricht von einer „extrem schlechten Umweltbilanz" und stuft die Geräte als „kurzlebiges Wegwerfprodukt" ein. Landen sie im Restmüll oder in der Gelben Tonne, können die Akkus in Müllfahrzeugen oder Sortieranlagen beschädigt werden – mit teils gravierenden Folgen.
Sara, wenn du an Nachhaltigkeit in unserer Branche denkst – was ist das Thema, das dich gerade am meisten umtreibt?
Ganz klar: Umweltverschmutzung! Vielen Konsumentinnen und Konsumenten ist noch nicht ausreichend bewusst, welche negativen Auswirkungen es hat, Zigarettenkippen in der Natur oder sogar in Gewässern zu entsorgen. Ähnliches gilt für E‑Zigaretten und die dazugehörigen Pods werden häufig falsch entsorgt – oft schlicht deshalb, weil Konsumentinnen und Konsumenten nicht wissen, dass es sich um Elektrogeräte bzw. spezielle Abfälle handelt. Genau hier setzen wir an: mit gezielter Aufklärung und starken Partnerschaften. Gemeinsam mit Organisationen unterstützen wir Müllsammelaktionen und Projekte zur Reinigung von Gewässern – und tragen so ganz konkret dazu bei, Umweltbelastung sichtbar zu machen und zu reduzieren.
In Deutschland werden Monat für Monat rund fünf Millionen Einweg-Vapes verkauft. Was passiert mit diesen Geräten – und warum ist das aus Umweltsicht so kritisch?
Einweg-Vapes sind nicht auf Wiederverwendung ausgelegt, sondern werden nach ihrer Nutzung entsorgt. Kritisch wird es vor allem dann, wenn diese Geräte nicht korrekt entsorgt werden. Denn sie enthalten Batterien und elektronische Komponenten und gehören damit in den Elektroschrott – nicht in den Restmüll oder den Gelben Sack.
Genau hier liegt die Herausforderung: Vielen Konsumentinnen und Konsumenten ist nicht bewusst, dass es sich um Elektrogeräte handelt. Die Folge ist eine unsachgemäße Entsorgung, die sowohl das Entsorgungssystem belastet als auch direkte Umweltfolgen haben kann.
Lithium-Ionen-Akkus im Restmüll führen täglich zu Bränden auf Recyclinghöfen und in Müllfahrzeugen. Wie groß ist die Gefahr wirklich – und wie unterschätzt ist sie deiner Meinung nach in der Öffentlichkeit?
Die Brände stellen eine reale und ernstzunehmende Gefahr dar und treten tatsächlich täglich auf. In der öffentlichen Wahrnehmung wird dieses Risiko jedoch noch häufig unterschätzt, auch wenn das Thema zunehmend in den Medien aufgegriffen wird. Umso wichtiger ist gezielte Aufklärung, damit Fehleinwürfe von Elektrogeräten reduziert und daraus entstehende Brände vermieden werden können.
Ein vergleichbares Verhalten haben wir bereits bei Batterien beobachtet: Früher wurden auch sie häufig im Hausmüll entsorgt, während sie heute überwiegend korrekt in Sammelboxen abgegeben werden. Dieses veränderte Verhalten musste jedoch erst durch Information und Sensibilisierung etabliert werden – genau daran gilt es nun auch im Umgang mit elektronischen Kleingeräten anzuknüpfen.
Ab dem 1. Juli gelten neue Rückgaberegeln. Kannst du in einfachen Worten erklären, was sich für Verbraucher konkret ändert?
Die neuen Rückgaberegeln machen es für Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich einfacher, kleine Elektrogeräte richtig zu entsorgen.
Neu ist vor allem: Die Rücknahmepflicht gilt jetzt ausdrücklich auch für E‑Zigaretten, Tabakerhitzer und Einweg‑Vapes. Das bedeutet: Alle Verkaufsstellen, die solche Produkte anbieten, müssen Altgeräte zurücknehmen – unabhängig davon, wo sie ursprünglich gekauft wurden.
Für Verbraucher heißt das konkret: Sie können ihre ausgedienten Geräte unkompliziert dort zurückgeben, wo sie neue kaufen – ohne zusätzliche Wege oder Hürden.
Das Ziel ist klar: Je einfacher die Rückgabe, desto mehr Geräte werden korrekt als Elektroschrott entsorgt – und desto weniger landen in der Umwelt.
Auch Kioske, Tankstellen und Tabakläden müssen künftig Altgeräte kostenlos zurücknehmen – ohne dass etwas Neues gekauft werden muss. Wie bewertest du diesen Schritt: Reicht das aus, oder ist es nur ein erster Anfang?
Dieser Schritt ist sehr wichtig, da er die korrekte Rückgabe deutlich erleichtert und näher an den Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher heranbringt. Durch die zusätzlichen Rückgabestellen – etwa in Kiosken, Tankstellen oder Tabakläden – werden bestehende Hürden, wie zum Beispiel lange Wege, spürbar reduziert. Das kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass Altgeräte häufiger verantwortungsvoll entsorgt werden.
Allerdings sollten noch weitere Maßnahmen unternommen werden: Um langfristig eine breite Wirkung zu erzielen, kommt es weiterhin auf Aufklärung und Sensibilisierung an, damit Verbraucherinnen und Verbraucher diese Angebote auch kennen und nutzen.
Wie sieht es in anderen Ländern aus – Frankreich und Belgien haben Einweg-Vapes bereits verboten, auch in Deutschland steht ein Verbot im Raum. Was wäre aus deiner Sicht der wirkungsvollste Hebel?
Ich halte pauschale Verbote einzelner Produktkategorien nicht für den wirkungsvollsten Hebel zur Lösung des Problems. Erfahrungsgemäß führt ein Verbot nicht zwangsläufig dazu, dass ein Produkt vom Markt verschwindet – stattdessen verlagert sich der Konsum häufig in den illegalen Handel. Dort fehlen jedoch jegliche Qualitätskontrollen, sodass potenziell gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe nicht überprüft werden können.
Zudem greift es aus meiner Sicht zu kurz, die Problematik von Bränden in Entsorgungsanlagen allein auf Einweg-Vapes zurückzuführen. Auch viele andere Produkte mit Batterien oder Akkus werden falsch entsorgt und bergen ein entsprechendes Risiko.
Ein nachhaltigerer Ansatz liegt daher in einer Kombination aus Aufklärung, einfach zugänglichen Rückgabemöglichkeiten und klaren Entsorgungsstrukturen. So lassen sich sowohl Umwelt- als auch Sicherheitsrisiken wirksam adressieren.
Philip Morris hat bereits ein eigenes Rücknahmeprogramm für elektronische Produkte aufgebaut. Wie funktioniert das – und was macht es besonders?
Wir haben in Deutschland bereits seit 2023 ein eigenes Rücknahmesystem etabliert, das es Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglicht, ihre E‑Zigaretten und Tabakerhitzer unkompliziert zurückzugeben. Wir übernehmen anschließend die fachgerechte Entsorgung der Geräte. Rückgabestellen finden sich sowohl in unseren eigenen Stores als auch bei teilnehmenden Handelspartnern – inzwischen umfasst das Netzwerk bereits über 420 Standorte.
Besonders ist dabei, dass wir nicht nur unsere eigenen Produkte zurücknehmen, sondern auch Geräte anderer Hersteller. Darüber hinaus sammeln wir auch sogenannte „Consumables“, also beispielsweise Tabaksticks und Pods, die für die Nutzung von Tabakerhitzern und wiederverwendbaren Vapes erforderlich sind.
Auf diese Weise übernehmen wir als Hersteller Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus unserer rauchfreien Produkte und tragen aktiv dazu bei, Kreislauflösungen in der Praxis zu stärken.
Welche Erfahrungen habt ihr bisher gesammelt: Wie gut nehmen Konsumenten solche Rücknahmeangebote überhaupt an?
Die bisherigen Erfahrungen sind positiv: Verbraucherinnen und Verbraucher, die unser Rücknahmesystem bereits kennen, nutzen das Angebot regelmäßig.
Gleichzeitig sehen wir noch Potenzial bei der Bekanntheit des Programms. Aufgrund bestehender gesetzlicher Rahmenbedingungen sind wir in unseren Kommunikationsmöglichkeiten als Hersteller eingeschränkt. Daher wissen viele Konsumentinnen und Konsumenten bislang noch nicht, dass sie ihre Produkte über unser System fachgerecht zurückgeben können.
Umso wichtiger ist es, gemeinsam mit Handelspartnern und durch gezielte Aufklärung die Sichtbarkeit solcher Angebote weiter zu erhöhen.
Pilotprojekt „LiLA II" – Rücknahme im Handel auf dem Prüfstand
Gemeinsam mit der Stiftung GRS Batterien, der GRS Service GmbH und dem bifa Umweltinstitut erprobt Philip Morris Deutschland im Großraum München wird mit dem Pilotprojekt “LiLa II” zwölf Monate lang in ausgewählten Rücknahmestellen, wie ein praxistaugliches und skalierbares Rücknahmesystem für E-Zigaretten und Tabakerhitzer im Handel funktionieren kann.
Das macht LiLA II besonders:
- Wissenschaftliche Begleitung durch das bifa Umweltinstitut (Daten zu Sammelmengen & Gerätezustand)
- Begleitende Aufklärungskommunikation für Händler und Verbraucher
- Externer Fachbeirat mit ausgewiesener Nachhaltigkeits-Expertise
Warum München? Bayern ist der Sitz von Philip Morris Deutschland – Verantwortung beginnt vor der eigenen Haustür. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für eine bundesweite Lösung schaffen und perspektivisch auf weitere Bereiche wie Gastronomie oder Hochschulen ausgeweitet werden.
Einweg-Vapes richtig entsorgen: Das gehört wohin
Einweg-Vapes zählen rechtlich als Elektrokleinstgeräte. Sie gehören deshalb nicht in den Restmüll, nicht in den Gelben Sack und auch nicht in die üblichen Batteriesammelboxen im Supermarkt.
Geeignete Abgabestellen sind: kommunale Wertstoff- und Recyclinghöfe, Sammelstellen für Elektroaltgeräte, größere Supermärkte und Drogeriemärkte mit Rücknahmesystem, Elektronikfachmärkte, ab 1. Juli 2026 zusätzlich: Kioske, Tankstellen und Tabakläden.
Häufig gestellte Fragen zu Einweg-Vapes & der neuen Rückgaberegel (FAQ)
1. Was ändert sich am 1. Juli 2026 für Einweg-Vapes? Ab diesem Datum müssen alle Verkaufsstellen, die Einweg-Vapes anbieten – auch Kioske, Tankstellen und Tabakläden – Altgeräte kostenlos zurücknehmen. Ein Neukauf ist dafür nicht erforderlich.
2. Muss ich mein Gerät dort abgeben, wo ich es gekauft habe? Nein. Die Rückgabe ist unabhängig vom ursprünglichen Kaufort möglich.
3. Wo darf ich Einweg-Vapes auf keinen Fall entsorgen? Nicht in den Restmüll, nicht in den Gelben Sack und auch nicht in klassische Batteriesammelboxen. Einweg-Vapes gelten als Elektroaltgeräte.
4. Wo kann ich Einweg-Vapes korrekt abgeben? Auf kommunalen Wertstoff- und Recyclinghöfen, in Sammelstellen für Elektroaltgeräte, in größeren Supermärkten und Drogerien mit Rücknahmesystem, in Elektronikfachmärkten – und ab 1. Juli 2026 zusätzlich an allen Verkaufsstellen, die Einweg-Vapes führen.
5. Warum sind Einweg-Vapes ein Umweltproblem? Sie enthalten fest verbaute Lithium-Ionen-Akkus, die bei falscher Entsorgung Brände auslösen und wertvolle Rohstoffe verloren gehen lassen. Das Bundesumweltministerium spricht von einer „extrem schlechten Umweltbilanz".
6. Werden Einweg-Vapes in Deutschland verboten? Ein Verbot wird derzeit politisch diskutiert. Brandenburg und Nordrhein-Westfalen setzen sich dafür ein, auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) plant entsprechende Schritte. In Frankreich und Belgien sind Einweg-Vapes bereits verboten.
7. Was ist die nachhaltigere Alternative? Wiederaufladbare Mehrweggeräte. Sie erzeugen weniger Elektroschrott und sind langfristig meist günstiger. Auch hier gilt: Am Lebensende fachgerecht entsorgen.